Elektrolytkondensatoren in SMD-BauweiseKondensatoren sind im allgemeinen eine sehr häufige Ursache für Defekte an elektronischen Geräten. Der Amiga 600 hat einige Elektrolytkondensatoren in SMD-Bauweise, die nach nunmehr rund zwei Jahrzehnten dazu neigen auszulaufen bzw. an Kapazitätsverlust zu leiden. Gleiches gilt auch für die vier konventionellen Becherkondensatoren. Dies hat zur Folge, dass der Amiga z.B. unvermittelt abstürzt, eine sehr leise Tonausgabe hat oder seinen Dienst komplett quitiert. Wer also kürzlich seinen Amiga im Keller ausgegraben oder einen  A600 erwroben hat, sollte (sofern nicht bereits geschehen) unbedingt die entsprechenden Kondensatoren tauschen. Ein feiner Lötkolben und ein wenig Erfahrung im Umgang mit diesem ist dabei natürlich Voraussetzung.

Teile-Liste:

Die Spannungsfestigkeit der benötigten Kondensatoren darf natürlich auch etwas höher sein, wenn die von mir aufgelisteten Werte nicht erhältlich sind. Ich meine, dass hier eh schon höhere Werte verbaut waren, als wirklich nötig sind. Allerdings ist ein Kondensator mit höherer Spannungsfestigkeit i.d.R. mechanisch größer, als einer mit einem niedrigeren Wert, weshalb man hier nicht das Motto "Viel hilft viel" anwenden sollte.

SMD Elkos:
10uF, 25V = C214, C306, C460, C612
22uF, 35V = C303, C304, C324, C459
47 uF,16V = C821, C822
100uF,16V = C235, C236, C239, C???

Becher Elkos:
470uF, 16V = C307, C237
1000uF, 10V = C408, C881

Commodore Amiga 600 mit Netzteil und Maus

Elkos tauschen

Um dem A600 zu leibe zu rücken, müssen zunächst alle Stecker gezogen und der Rechner umgedreht werden. Dann werden die sechs Schrauben gelöst und der Amiga wieder richtig herum hingestellt. Die vier auf dem folgenden Bild markierten Schrauben sind für die Befestigung der Gehäuseoberseite; die beiden hinteren Schrauben (im Bild nicht zu sehen) halten das interne Diskettenlaufwerk in seiner Position.

Unterseite des A600 - Zum öffnen die Markierten Schrauben lösen

Nun hebt man vorsichtig den Deckel an der vorderen Gehäuseseite an und zieht den Stecker (rechts) ab, welcher zu den drei LEDs führt. Ist dies erledigt, kann man den Deckel abnehmen.

Die Tastatur ist mit dem grünen Flachbandkabel in eine Klemmleiste auf dem Logicboard gesteckt. Hebt man den Bügel - z.b. mit einer flachen Pinzette - ein wenig an, lässt sich besagtes Flachbandkabel leicht herausziehen.

Ein oberes Abschirmblech hat man bei einem A600 nicht zu erwarten und nach dem Lösen weniger weiterer Schrauben liegt das Logicboard vor einem.

Die neuen Kondensatoren liegen schon neben dem A600 Logicboard.

Die meisten Elektrolytkondensatoren befinden sich auf der linken Seite der Platine. Der Linke Pfeil zeigt auf einen Becher Elko, der rechte pfeil zeigt einen (der vielen) SMD-Elkos.

Pfeil links: Becher-Elko, Pfeil rechts: Elko in SMD-Bauweise

Ein kleines Häuflein Elektronik-Schrott bleibt nach getaner Arbeit zurück. Nicht Wundern: Auf dem bild ist auch der TV-Modulator, welchen ich bei dieser Gelegenheit gleich für ein anderes Projekt entlötet habe.

Die alten Elkos (und der TV-Modulator)

Wenn man keine Leiterbahn beschädigt, die neuen Elkos korrekt und kurzschlussfrei eingelötet und den A600 wieder richtig zusammengebaut hat, steht dem Einschalten nichts mehr im Wege.

Amiga 600 am Commodore 1085s Farbmonitor